Guten Morgen,
haben Sie schon einmal über ein Thema geschrieben oder einen Rat gegeben – und erst hinterher gemerkt, dass er eigentlich an Sie selbst gerichtet war?
So ging es mir vor zwei Wochen.
Ich war über das Wochenende bei meinen Freundinnen Jutta und Denise im Münsterland. Während wir sonntags gemütlich beim Frühstück saßen, verschickte mein E-Mail-System automatisch meinen Newsletter über alte Schutzstrategien – also über Muster, die uns früher einmal geschützt haben und heute eher wie ein Käfig wirken.
Zu diesem Zeitpunkt vertiefte sich unser Gespräch und ich erzählte den beiden ausführlich von meinen Zukunftsplänen und von den Dingen, die mich gerade noch zurückhalten.
Als die beiden dann wenig später meinen frisch verschickten Newsletter lasen, sah Jutta mich plötzlich an und sagte trocken: „Hm, Anja. Irgendwie kommt mir das gerade sehr bekannt vor…“
Ich habe erst gestutzt. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen:
Sie meinte mich.
Auweia. Erwischt.
Beim Schreiben hatte ich gar nicht bemerkt, wie sehr mich dieses Thema selbst gerade betrifft – bei meinen nächsten beruflichen Schritten, bei der Planung von neuen Seminaren und in meiner Arbeit in der Deutschen Psychosynthese Gesellschaft. Ich saß also selbst mitten im alten Käfig, ohne es zu merken.
Das war ein Moment großer Dankbarkeit. Wir brauchen solche Spiegel. Wir brauchen Menschen in unserem Umfeld, die uns liebevoll, aber klar darauf aufmerksam machen, wenn wir gerade wieder in ein altes Muster rutschen.
Genau das wünsche ich Ihnen: einen Menschen, den Sie ehrlich fragen können: „Wo siehst du mich gerade in einem Muster feststecken, das mich eigentlich nur noch einschränkt?“
Wie wäre es, wenn Sie diese Frage noch heute stellen?
Als kleines Geschenk an sich selbst, das den Weg zu mehr innerer Freiheit ebnet.