Stell dir mein Innenleben wie ein lebendiges Theater vor: die innere Antreiberin, die Friedensstifterin, die Rebellin, das verletzte Kind – und viele mehr. Je nach Situation übernehmen sie eine Rolle auf meiner inneren Bühne. Sie alle gehören zu mir und bereichern mein Leben.
Keine dieser Stimmen – ich nenne sie auch Teilpersönlichkeiten – ist „falsch“. Sie wollen mir zeigen, was ich gerade brauche: zum Beispiel Zuneigung, Schutz, Ruhe – oder etwas ganz anderes. Und die jeweilige Teilpersönlichkeit wird ihr Bestes tun, um genau das zu erreichen. Denk nur an die innere Amazone: Sie lässt sich nichts gefallen und zieht mutig in den Kampf, um ihre Grenze zu schützen.
Auch scheinbar störende Anteile wie die Skeptikerin sind wichtig. Hinter ihnen steckt oft ein Wunsch nach Schutz, Struktur, Erfolg oder Sicherheit. In der Psychosynthese geht es darum, diese ursprüngliche Absicht zu erkennen – und neue Wege zu finden, das verborgene Bedürfnis auf gesunde Weise zu erfüllen. Genau das liebe ich an dieser Methode: Sie will nicht bekämpfen, sondern integrieren. Alle meine Teilpersönlichkeiten sind willkommen – damit aus dem inneren Durcheinander ein fruchtbares Miteinander wird. Es entsteht eine echte Teamarbeit.
Und ich? Ich bin mehr als jede einzelne dieser Rollen. Ich bin die Regisseurin meines inneren Theaters und kann meine Teilpersönlichkeiten wahrnehmen, beobachten und mit ihnen in Kontakt treten. So lerne ich mich selbst immer besser kennen. Und am Ende entscheide ICH, wie ich mich verhalte.
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